PS5 Pro – Lohnt sich Sonys Premium-Konsole wirklich?
Von Redaktion gaming-radar.de
Die PS5 Pro ist da – und sie polarisiert wie kaum eine Konsole zuvor. Mit einem Preis von 799,99 Euro ohne Laufwerk positioniert Sony sein neues Flaggschiff klar im Premium-Segment. Doch was bekommst du für den Aufpreis gegenüber der Standard-PS5 tatsächlich geboten? Ist die PS5 Pro ein sinnvolles Upgrade oder ein teures Luxusprodukt für eine Nische? In diesem Artikel schauen wir uns die Hardware, die tatsächliche Spielerfahrung und die Frage, für wen sich der Kauf wirklich lohnt, im Detail an.
Die Hardware der PS5 Pro: Was steckt unter der Haube?
Sony hat bei der PS5 Pro vor allem an drei Stellschrauben gedreht, die das Unternehmen als die drei großen Säulen des Upgrades bewirbt: eine leistungsstärkere GPU, fortschrittliches Raytracing und die KI-gestützte Upscaling-Technologie PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR).
Die GPU der PS5 Pro bietet rund 67 Prozent mehr Recheneinheiten als die Standard-PS5 und erreicht bis zu 33,5 Teraflops. In der Praxis bedeutet das: Spiele, die auf der regulären PS5 im Performance-Modus mit 60 FPS bei reduzierter Auflösung liefen, schaffen auf der PS5 Pro häufig 60 FPS bei nahezu nativer 4K-Auflösung. Der Qualitätsmodus und der Performance-Modus verschmelzen gewissermaßen zu einem einzigen, überlegenen Erlebnis.
Das Raytracing wurde ebenfalls deutlich verbessert. Sony spricht von bis zu doppelt so schnellem – teilweise sogar dreifach schnellerem – Raytracing im Vergleich zur Basis-PS5. Reflexionen, globale Beleuchtung und Schatten wirken dadurch in unterstützten Titeln spürbar realistischer.
PSSR ist Sonys Antwort auf Nvidias DLSS und AMDs FSR. Die KI-basierte Hochskalierung rechnet intern gerenderte Bilder in niedrigerer Auflösung auf 4K hoch – und das Ergebnis ist in den meisten Fällen beeindruckend scharf. Aus unserer Sicht ist PSSR der eigentliche Game-Changer der PS5 Pro, weil es den GPU-Gewinn erst voll zur Geltung bringt und die Bildqualität auf ein neues Niveau hebt.
Dazu kommen 2 TB SSD-Speicher (doppelt so viel wie bei der Standard-PS5), Wi-Fi 7 und ein leicht überarbeitetes Design. Ein Laufwerk liegt nicht bei – wer physische Spiele nutzen möchte, muss das optionale Laufwerk für rund 120 Euro separat kaufen.
Spielerfahrung: So fühlt sich die PS5 Pro im Alltag an
Technische Daten sind das eine – die tatsächliche Spielerfahrung das andere. Und genau hier entscheidet sich, ob die PS5 Pro ihren Preis rechtfertigt.
Titel mit dem offiziellen Label „PS5 Pro Enhanced“ nutzen die zusätzliche Leistung gezielt aus. Spiele wie Alan Wake 2, Final Fantasy VII Rebirth, Ratchet & Clank: Rift Apart und Gran Turismo 7 profitieren massiv. Alan Wake 2 beispielsweise lief auf der Standard-PS5 im Performance-Modus mit sichtbaren Kompromissen bei Auflösung und Raytracing. Auf der PS5 Pro bekommst du stabile 60 FPS mit aktiviertem Raytracing und einer Bildqualität, die dem Qualitätsmodus sehr nahekommt.
Unser Eindruck nach mehreren Spielstunden: Besonders bei grafikintensiven Open-World-Titeln und Spielen mit aufwendiger Beleuchtung spürst du den Unterschied sofort. Das Gesamtbild wirkt ruhiger, schärfer und flüssiger. Bei weniger fordernden Indie-Titeln oder älteren Spielen ohne Pro-Patch fällt der Unterschied hingegen deutlich geringer aus.
Wichtig zu wissen: Auch Spiele ohne offizielles PS5-Pro-Enhanced-Label können von der stärkeren Hardware profitieren. Der sogenannte „Game Boost“ sorgt bei vielen Titeln für stabilere Frameraten und schnellere Ladezeiten. Ein komplett neues Erlebnis solltest du hier aber nicht erwarten.
Für wen lohnt sich die PS5 Pro – und für wen nicht?
Die ehrliche Antwort: Die PS5 Pro ist kein Must-have für jeden Spieler. Sie richtet sich an eine klar definierte Zielgruppe.
Die PS5 Pro lohnt sich für dich, wenn:
- Du einen hochwertigen 4K-Fernseher oder Monitor mit 120 Hz und HDR besitzt und das Maximum an Bildqualität herausholen möchtest.
- Du bisher keine PS5 besitzt und direkt mit der leistungsstärkeren Version einsteigen willst.
- Du regelmäßig AAA-Titel spielst und der Kompromiss zwischen Performance- und Qualitätsmodus dich schon immer gestört hat.
- Du Wert auf zukunftssichere Hardware legst und die Konsole über die gesamte verbleibende PS5-Generation nutzen möchtest.
Die PS5 Pro lohnt sich eher nicht, wenn:
- Du bereits eine Standard-PS5 besitzt und hauptsächlich Multiplayer-Titel, Indie-Games oder ältere Spiele spielst.
- Du auf einem Full-HD-Fernseher spielst – hier wirst du den Unterschied kaum bemerken.
- Der Aufpreis von mehreren Hundert Euro (plus eventuell Laufwerk und Standfuß) dein Budget sprengt.
Aus unserer Sicht ist die PS5 Pro am ehesten mit dem Sprung von einer PS4 auf eine PS4 Pro vergleichbar – nur dass der Preisunterschied diesmal deutlich größer ausfällt. Wer die Standard-PS5 bereits besitzt und zufrieden ist, kann bedenkenlos abwarten.
Preis, Zubehör und versteckte Kosten
Der Einstiegspreis von 799,99 Euro ist nur die halbe Wahrheit. Wer physische Spiele nutzen oder die Konsole vertikal aufstellen möchte, muss zusätzlich investieren:
- Optionales Blu-ray-Laufwerk: ca. 119,99 Euro
- Vertikaler Standfuß: ca. 29,99 Euro
- DualSense Controller: liegt bei, ein zweiter Controller kostet ca. 74,99 Euro
Im Vollausbau mit Laufwerk und Standfuß landest du also bei knapp 950 Euro – eine Summe, die man durchaus kritisch sehen darf. Zum Vergleich: Die PS5 Slim mit Laufwerk kostet aktuell rund 449 Euro. Das bedeutet, du zahlst für die Pro-Variante im Komplettpaket mehr als das Doppelte.
Positiv hervorzuheben ist allerdings der verdoppelte SSD-Speicher von 2 TB. Wer bei der Standard-PS5 schnell an die Grenzen der 825 GB großen SSD gestoßen ist und eine Erweiterungs-SSD kaufen musste, spart sich hier eine Zusatzinvestition.
Zukunftsperspektive: Wie lange bleibt die PS5 Pro relevant?
Sony hat klar signalisiert, dass die PS5-Generation noch mehrere Jahre bedient wird. Große Exklusivtitel wie kommende Fortsetzungen etablierter PlayStation-Franchises werden auf PS5-Hardware erscheinen – und die Pro-Variante wird dabei immer die bestmögliche Konsolenerfahrung liefern.
Mit Blick auf die zunehmende Komplexität neuer Spiele-Engines und den wachsenden Einsatz von Raytracing und KI-gestütztem Rendering dürfte der Leistungsvorsprung der Pro in den kommenden Jahren sogar noch relevanter werden. Spiele werden die zusätzliche GPU-Power und PSSR immer stärker ausreizen, sodass der