RTX – Alles, was du über NVIDIAs Raytracing-Technologie wissen musst
Von Redaktion gaming-radar.de
Kaum eine Technologie hat das PC-Gaming in den letzten Jahren so nachhaltig verändert wie NVIDIA RTX. Seit der Einführung der ersten RTX-20-Serie im Jahr 2018 hat sich Raytracing vom experimentellen Gimmick zum echten Qualitätsstandard entwickelt. Doch was steckt eigentlich genau hinter dem Kürzel RTX, welche Grafikkarten lohnen sich aktuell, und brauchst du Raytracing wirklich für dein Gaming-Setup? In diesem Artikel klären wir alle wichtigen Fragen und geben dir konkrete Empfehlungen an die Hand.
Was bedeutet RTX und wie funktioniert Raytracing?
RTX steht für Ray Tracing Texel eXtreme und bezeichnet NVIDIAs Grafikkarten-Architektur, die speziell für Echtzeit-Raytracing entwickelt wurde. Im Gegensatz zum klassischen Rasterisierungsverfahren, das Szenen Polygon für Polygon berechnet, simuliert Raytracing den physikalischen Weg von Lichtstrahlen durch eine 3D-Szene. Das Ergebnis: realistischere Reflexionen, natürlichere Schatten, glaubwürdige globale Beleuchtung und präzise Lichtbrechungen.
Das Herzstück jeder RTX-Karte sind die sogenannten RT-Kerne (Ray Tracing Cores), die ausschließlich für die Berechnung von Strahlenverfolgung zuständig sind. Ergänzt werden sie durch Tensor-Kerne, die KI-gestützte Berechnungen übernehmen – etwa für DLSS (Deep Learning Super Sampling). Diese Arbeitsteilung sorgt dafür, dass Raytracing-Effekte die reguläre Spieleleistung nicht vollständig ausbremsen.
Aus unserer Sicht war genau diese Kombination aus Hardware-Raytracing und KI-basiertem Upscaling der entscheidende Durchbruch, der RTX von einer technischen Spielerei zu einer alltagstauglichen Technologie gemacht hat.
Die RTX-Generationen im Überblick: Von Turing bis Blackwell
Seit dem Start hat NVIDIA mittlerweile mehrere RTX-Generationen auf den Markt gebracht, die sich erheblich in Leistung und Effizienz unterscheiden:
- RTX 20-Serie (Turing, 2018): Die Pioniergeneration mit RTX 2060 bis RTX 2080 Ti. Raytracing war hier erstmals in Echtzeit möglich, allerdings mit deutlichen Performance-Einbußen. DLSS 1.0 steckte noch in den Kinderschuhen.
- RTX 30-Serie (Ampere, 2020): Ein massiver Leistungssprung. Die RTX 3070 bot bereits Leistung auf dem Niveau der vorherigen RTX 2080 Ti, DLSS 2.0 lieferte erstmals überzeugende Ergebnisse. Diese Generation machte Raytracing wirklich spielbar.
- RTX 40-Serie (Ada Lovelace, 2022): Nochmals verbesserte RT-Kerne der dritten Generation, deutlich gestiegene Energieeffizienz und die Einführung von DLSS 3 mit Frame Generation. Die RTX 4070 gilt bis heute als eines der besten Preis-Leistungs-Modelle.
- RTX 50-Serie (Blackwell, 2025): Die neueste Generation bringt mit der RTX 5090 und RTX 5070 Ti unter anderem DLSS 4 mit Multi Frame Generation. Die Architektur setzt auf nochmals leistungsfähigere RT- und Tensor-Kerne und verspricht vor allem bei Path Tracing erhebliche Fortschritte.
Unser Eindruck nach intensiver Beschäftigung mit den verschiedenen Generationen: Wer heute noch eine RTX-20-Karte nutzt, wird bei aktuellen Titeln mit aktiviertem Raytracing kaum noch glücklich. Ab der 30er-Serie wird es deutlich komfortabler, und mit der 40er- sowie 50er-Generation ist Raytracing auch in anspruchsvollen Spielen bei hohen Auflösungen flüssig möglich.
DLSS, Frame Generation und KI-Features: Mehr als nur Raytracing
RTX-Grafikkarten bieten weit mehr als nur Raytracing. Das wohl wichtigste Zusatzfeature ist DLSS (Deep Learning Super Sampling). Die Technologie rendert Spiele intern in einer niedrigeren Auflösung und skaliert das Bild anschließend mithilfe von KI-Algorithmen hoch. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Bildrate bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust – in vielen Fällen sieht DLSS sogar besser aus als natives Rendering, weil die KI temporale Artefakte wie Flimmern reduziert.
Mit DLSS 3 führte NVIDIA zusätzlich Frame Generation ein, die künstliche Zwischenbilder erzeugt. Bei DLSS 4 wurde diese Technik zu Multi Frame Generation weiterentwickelt, die bis zu drei zusätzliche Frames pro gerendertem Bild generiert. Das kann die wahrgenommene Bildrate vervielfachen, bringt allerdings eine minimale Erhöhung der Eingabelatenz mit sich – weshalb kompetitive Spieler hier bewusst abwägen sollten.
Weitere nützliche RTX-Features sind:
- NVIDIA Reflex: Reduziert die Systemlatenz und sorgt für responsiveres Gameplay – besonders wichtig in Shootern und kompetitiven Titeln.
- RTX Video Super Resolution: Wertet niedrig aufgelöste Videoinhalte im Browser mittels KI auf.
- NVIDIA Broadcast: Nutzt die Tensor-Kerne für Rauschunterdrückung, virtuellen Hintergrund und Auto-Framing bei Streams und Videocalls.
Welche RTX-Grafikkarte lohnt sich für wen?
Die Wahl der richtigen RTX-Karte hängt von deinem Budget, deiner Zielauflösung und deinen Ansprüchen an Raytracing ab. Hier unsere konkreten Empfehlungen:
Einstieg (1080p Gaming mit Raytracing): Die RTX 4060 bietet solide Leistung für Full-HD-Gaming und unterstützt sämtliche aktuellen Features inklusive DLSS 3. Für preisbewusste Spieler ist sie eine hervorragende Wahl.
Mittelklasse (1440p Gaming): Die RTX 4070 oder die neuere RTX 5070 liefern genug Leistung für flüssiges WQHD-Gaming mit aktivierten Raytracing-Effekten. Aus unserer Sicht bietet dieses Segment aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im RTX-Ökosystem.
High-End (4K Gaming): Wer in 4K mit vollem Raytracing oder sogar Path Tracing spielen möchte, greift zur RTX 4080 Super, RTX 5070 Ti oder RTX 5080. Diese Karten meistern auch anspruchsvolle Titel wie Cyberpunk 2077 mit Overdrive Mode oder Alan Wake 2 mit vollen RT-Effekten souverän.
Enthusiast: Die RTX 5090 ist das aktuelle Flaggschiff und richtet sich an Nutzer, die keine Kompromisse eingehen wollen. Der hohe Preis ist allerdings nur dann gerechtfertigt, wenn du wirklich maximale Leistung bei höchsten Einstellungen benötigst.
Praktische Tipps: So holst du das Maximum aus deiner RTX-Karte
Damit du das volle Potenzial deiner RTX-Grafikkarte ausschöpfen kannst, solltest du folgende Punkte beachten:
- DLSS immer aktivieren: Es gibt kaum einen Grund, auf DLSS zu verzichten. Im Qualitätsmodus ist der Unterschied zu nativem Rendering praktisch unsichtbar, der Performance-Gewinn