RTX – Was ist 2026 neu?

RTX – Alles, was du über NVIDIAs Raytracing-Technologie wissen musst

Wenn du dich mit modernem Gaming beschäftigst, kommst du an drei Buchstaben nicht vorbei: RTX. Seit NVIDIA 2018 die erste Generation der RTX-Grafikkarten vorgestellt hat, ist Echtzeit-Raytracing kein Zukunftstraum mehr, sondern Realität. Doch was steckt technisch dahinter, welche Karte passt zu deinem Setup, und lohnt sich der Aufpreis gegenüber einer herkömmlichen GPU überhaupt? In diesem Artikel bekommst du fundiertes Expertenwissen, konkrete Kaufempfehlungen und praktische Tipps, damit du die richtige Entscheidung für dein Gaming-Setup triffst.

Was bedeutet RTX und wie funktioniert Raytracing?

RTX steht für Ray Tracing Texel eXtreme und bezeichnet NVIDIAs Plattform für Echtzeit-Raytracing. Während klassisches Rasterisierungs-Rendering Licht und Schatten über vereinfachte Berechnungen simuliert, verfolgt Raytracing einzelne Lichtstrahlen physikalisch korrekt durch eine 3D-Szene. Das Ergebnis: fotorealistische Reflexionen, natürliche Schatten, präzise globale Beleuchtung und überzeugende Lichtbrechungen.

Möglich wird das durch dedizierte Hardware-Einheiten auf den RTX-GPUs:

  • RT-Kerne (Ray Tracing Cores): Diese spezialisierten Prozessoren übernehmen die rechenintensiven Strahlverfolgungsberechnungen, ohne die regulären CUDA-Kerne zu belasten.
  • Tensor-Kerne: Ursprünglich für KI-Anwendungen entwickelt, treiben sie Technologien wie DLSS an – NVIDIAs KI-gestütztes Upscaling, das Frameraten drastisch erhöht.
  • CUDA-Kerne: Die klassischen Shader-Einheiten, die weiterhin das Grundgerüst der Grafikberechnung bilden.

Erst das Zusammenspiel dieser drei Komponenten macht Echtzeit-Raytracing in spielbaren Frameraten möglich. Ohne RT-Kerne wäre die Berechnung schlicht zu langsam für flüssiges Gaming.

Die RTX-Generationen im Vergleich: Von Turing bis Blackwell

Seit dem Launch hat NVIDIA vier RTX-Generationen auf den Markt gebracht. Jede brachte signifikante Fortschritte:

RTX 2000 (Turing, 2018): Die Pionier-Generation führte RT- und Tensor-Kerne erstmals ein. Karten wie die RTX 2080 Ti zeigten das Potenzial, kämpften aber bei aktiviertem Raytracing mit spürbaren Performance-Einbußen. DLSS 1.0 war noch fehlerbehaftet und lieferte oft unscharfe Ergebnisse.

RTX 3000 (Ampere, 2020): Ein massiver Generationssprung. Die RT-Kerne der zweiten Generation verdoppelten den Raytracing-Durchsatz, und DLSS 2.0 revolutionierte das KI-Upscaling mit deutlich besserer Bildqualität. Die RTX 3070 bot erstmals RTX-2080-Ti-Leistung im Mittelklasse-Segment.

RTX 4000 (Ada Lovelace, 2022): Dritte Generation der RT-Kerne, Einführung von DLSS 3 mit Frame Generation – einer Technologie, die komplett neue Zwischenbilder per KI erzeugt und die wahrgenommene Framerate verdoppeln kann. Die RTX 4090 setzte neue Maßstäbe, allerdings auch beim Preis.

RTX 5000 (Blackwell, 2025): Die aktuelle Generation bringt RT-Kerne der vierten Generation und DLSS 4 mit Multi Frame Generation. Die RTX 5070 Ti soll laut NVIDIA Leistung auf dem Niveau der vorherigen RTX 4090 bieten – ein Versprechen, das die Messlatte für das Preis-Leistungs-Verhältnis neu definiert.

Welche RTX-Karte passt zu deinem Gaming-Setup?

Die Wahl der richtigen RTX-Grafikkarte hängt von deiner Zielauflösung, den gewünschten Frameraten und deinem Budget ab. Hier sind konkrete Empfehlungen für verschiedene Szenarien:

1080p-Gaming mit Raytracing (Budget: 300–450 €): Eine RTX 4060 oder die neue RTX 5060 reicht völlig aus. Mit DLSS aktiviert erreichst du in Titeln wie Cyberpunk 2077 oder Alan Wake 2 solide 60+ FPS bei hohen Einstellungen. Achte auf mindestens 8 GB VRAM.

1440p-Gaming mit hohen Frameraten (Budget: 500–750 €): Die RTX 4070 Super oder RTX 5070 sind hier die Sweet-Spot-Karten. 12 GB VRAM und die starke Raytracing-Leistung machen sie zur idealen Wahl für 1440p-Monitore mit 144 Hz oder mehr.

4K-Gaming ohne Kompromisse (Budget: 900+ €): Für natives 4K mit Raytracing führt kein Weg an der RTX 4080 Super, RTX 5070 Ti oder RTX 5080 vorbei. Hier bekommst du genug Rohleistung, um auch in den anspruchsvollsten Titeln über 60 FPS zu bleiben.

Wichtiger Praxistipp: Aktiviere in jedem RTX-fähigen Spiel immer DLSS. Der visuelle Unterschied zu nativem Rendering ist bei DLSS Quality minimal, aber der Performance-Gewinn liegt oft bei 40–80 Prozent. Das ist geschenkte Leistung, die du nicht auf dem Tisch lassen solltest.

RTX in der Praxis: Diese Spiele zeigen, was Raytracing wirklich kann

Nicht jedes Spiel implementiert Raytracing gleich gut. Diese Titel nutzen die Technologie besonders eindrucksvoll und sind perfekt, um die Fähigkeiten deiner RTX-Karte auszureizen:

  • Cyberpunk 2077 (Path Tracing): Der Overdrive-Modus ersetzt die gesamte Beleuchtungs-Pipeline durch vollständiges Path Tracing. Night City wirkt damit fast fotorealistisch – der wohl beeindruckendste Showcase für RTX-Technologie.
  • Alan Wake 2: Globale Beleuchtung und Raytracing-Schatten erzeugen eine Atmosphäre, die mit konventionellem Rendering schlicht nicht möglich wäre.
  • Portal with RTX: Kostenlose RTX-Remix-Version des Klassikers, die zeigt, wie Raytracing selbst ältere Titel transformieren kann.
  • Indiana Jones und der Große Kreis: Nutzt umfangreiches Raytracing für Reflexionen und Beleuchtung, das die Spielwelt lebendig wirken lässt.
  • Marvel’s Spider-Man Remastered: Die spiegelnden Glasfassaden New Yorks profitieren enorm von Raytracing-Reflexionen.

Profi-Tipp: Nicht alle Raytracing-Effekte kosten gleich viel Performance. Raytracing-Reflexionen sind meist am teuersten, während RT-Schatten oft einen guten Kompromiss zwischen Optik und Leistung bieten. Experimentiere in den Grafikeinstellungen mit einzelnen RT-Optionen, statt pauschal alles auf Maximum zu setzen.

Häufige Fehler beim RTX-Kauf vermeiden

Bevor du zugreifst, solltest du diese typischen Fallstricke kennen:

  • Netzteil nicht vergessen: RTX-Karten der aktuellen Generation sind stromhungrig. Eine RTX 4070 benötigt mindestens ein 650-Watt-Netzteil, eine RTX 4090 empfiehlt NVIDIA 850 Watt. Plane bei Blackwell-Karten entsprechend großzügig.
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